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Die Geschichte der deutschen Literatur

Марченко С. Е.,

Die deutsche Romantik

Die Romantik ist eine Literaturepoche, die von 1798 bis 1835 dauerte. In dieser Epoche bildete sich der Kapitalismus in Deutschland heraus.

Die Schwäche des Kapitalismus sind die Macht des Geldes, der Kampf um Profit und die Vereinsamung des Menschen. Trotzdem brachte Kapitalismus den ökonomisch-technischen Fortschritt. Man hatte erkannt, dass die bürgerlichen Ideale der Aufklärung und Klassik in dieser Gesellschaft nicht mehr verwirklicht werden konnten. Die Begriffe der französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – wurden zu leeren Phrasen. Viele Vertreter der jungen Dichtergeneration sahen in dieser kapitalistischen Gesellschaft ihren Feind. Den Protest gegen diese Gesellschaft brachten sie zum Ausdruck, indem sie sich der Vergangenheit zuwendeten. Das Vorbild der Romantiker war nicht mehr die Antike, sondern das feudalistische Mittelalter. Die Romantiker glaubten nicht an das bürgerliche humanistische Menschenideal, dafür kehrten sie zu dem Glauben zurück, dass ein Mensch von diversen Kräften abhängt, die sein Leben bestimmen. Der kirchliche Glauben sollte wieder die Welt dominieren.

Ursprünglich wirkte die Romantik als eine Gegenbewegung gegen gefühlskalten Rationalismus für die Sehnsucht des Individuums. Allgemein ist die Romantik jedoch als eine negative literarische Strömung zu beurteilen.

Durch die Verneinung des humanistischen Menschenideals verneinte die Romantik die ganze fortschrittliche Literatur des XVIII. Jahrhunderts. Friedrich und August Wilhelm Schlegel waren Theoretiker der romantischen Schule. Bald fanden Sie ihre Anhänger unter den jungen Schriftstellern: Novalis, Ludwig Tick, Wilhelm Heinrich Wackenroder.

Zunächst waren die Romantiker begeisterte Anhänger der französischen Revolution. Die Ergebnisse dieser Revolution befriedigten sie jedoch nicht und sie suchten den Ausweg in der Vergangenheit. Damit wurde die Romantik zur Stütze des Feudalstaates und zum Mithelfer von Fürsten und Feudalherren.

August Wilhelm Schlegel war Literaturwissenschaftler, Philosoph und politischer Schriftsteller. Zusammen mit seinem Bruder gab er die Zeitschrift “Athenäum” heraus. In dieser Zeitschrift veröffentlichte er seine “Fragmente”, die oftmals eine Charakteristik der Romantik enthielten. Demnach sollte die Romantik die Poesie lebendig und das Leben poetisch machen. Die Romantiker betrachteten die Poesie als unabhängige Gesamtheit, die von allen äußeren Einflüssen frei sein sollte. Ihrer Meinung nach war es nicht Aufgabe der Literatur, Fragen der Gegenwart zu behandeln, da die Literatur für sich allein existiere. Dagegen hatten die Werke der Klassiker dazu aufgerufen, dass ein Held sich bemüht, der Gesellschaft Nutzen zu bringen, indem er für sie etwas leistet und sie dadurch verändert.

Die Romantiker besangen in vielen Werken das Nichtstun und waren der gesellschaftlich nützlichen Tätigkeit abgeneigt. Im Schlegels philosophischen Liebesroman “Lucinde” ist diese Einstellung deutlich zu erkennen. In seinem theoretischen Werk “Über Sprache und Weisheit der Inder” sprach sich Schlegel für die Wiederherstellung des mittelalterlichen Kaiserreiches aus. Neben den theoretischen Ausführungen brachte die Zeitschrift “Athenäum” auch die meisterhafte Übersetzung sämtlicher Werke von Shakespeare. Größtenteils werden Shakespears Werke heute noch in seiner Übersetzung aufgeführt.

Ein weiterer Anhänger der romantischen Schule war Wilhelm Heinrich Wackenroder. Er war sehr religiös und verband seine Kunst stets mit der Religion. Sein bekanntestes Werk trug den Titel “Herzergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders”.

Ludwig Tick schrieb Romane, Novellen, Märchen und Dramen und machte Übersetzungen. In seinen Märchen verwendete er häufig alte Sagen und Motive aus Volksbüchern. Dadurch versuchte er, die Zeit des Mittelalters, in der die Volksbücher erschienen waren, aufleben zu lassen. Als betont deutschgesinntes Märchen wurde das “Märchen vom blonden Eckbert” gewürdigt. In einem Künstlerroman “Franz Sternbalds Wanderungen” erinnerte sich der Autor an Goethes Erziehungs- und Entwicklungsroman “Wilhelm Meister”.
Seine Werke schrieb er im Sinne der Aufklärung. In seinen letzten Lebensjahren erschienen die Werke “Der junge Tischlermeister”, “Des Lebens Überfluss”.

Friedrich von Hardenberg (1772–1801) war ein deutscher Vertreter des frühromantischen Zeitalters. In der Literatur ist er als Novalis bekannt. Tragische persönliche Erlebnisse ließen ihn der Romantik verfallen, und seine ganze Dichtung war in dunklen Farben gehalten. In den “Hymnen an die Nacht” ist in jeder Zeile die Sehnsucht nach dem Tode zu spüren. In seinem Aufsatz “Die Christenheit oder Europa” lehnt Novelis die französische bürgerliche Revolution ab und verneint die Ideen der Aufklärung. In seinem unvollendeten Roman “Heinrich von Ofterdingen” beschreibt er das Leben eines Minnesängers, der seine ritterlichen Ideen aufgibt und sich ganz in den Dienst der katholischen Kirche stellt. Heinrich zieht hinaus, um die geheimnisvolle blaue Blume zu finden. Das Symbol der blauen Blume findet man in vielen romantischen Werken als Sinnbild eines unvollendeten Traums nach Einheit, Heilung und Unendlichkeit.

1806–1815 wurde die Literatur von den gesellschaftlichen Ereignissen geprägt, die für Europa und Deutschland von besonderer Bedeutung waren. Es begann der Kampf gegen die Fremdherrschaft Napoleons. Vielen Vertretern der bürgerlichen deutschen Intelligenz schwebte das Bild eines bürgerlich-demokratischen Nationalstaates vor, der nach dem Sieg über Napoleon errichtet werden sollte.

Zu den deutschen Anhängern dieser Ideen gehörten Johann Gottlieb Fichte und Ernst Moritz Arndt.

Die Vertreter der romantischen Schule wollten Napoleon besiegen, doch nach dem Sieg sollte Deutschland zu einem mittelalterlichen Feudalstaat werden.

Die 2. Etappe der Romantik war weniger reaktionär als die Frühromantik, man beschäftigte sich mit der Volkskultur, z.B., mit dem Volkslied. Das erneute Interesse für Romantik ging von der Stadt Heidelberg aus, wo sich 1805 ein Kreis junger Romantiker gebildet hatte. Die führenden Dichter des Heidelberger Kreises waren Clemens Brentano und Achim von Arnim.

Beiden sammelten deutsche Volkslieder, schrieben eigene Lieder und gaben einen Sammelband unter dem Titel “Des Knaben Wunderhorn” heraus. Neben Volksliedern schrieb Brentano die Dorfgeschichten und “Die Geschichte vom braven Kaspar und dem schönen Annerl”. Zum Heidelberger Romantikerkreis gehörten eine Zeitlang die Brüder Grimm. Sie forschten
in der deutschen Literatur noch Märchen und Sagen. Sie entdeckten das “Hildebrandslied” wieder und arbeiteten an einem volkständigen Wörterbuch der deutschen Sprache. Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit.

Ludwig Uhland ist in seinen literarischen Werken als Romantiker aufgetreten, im öffentlichen Leben war er ein mutiger Politiker, der sich für eine demokratische Republik einsetzte. Uhland ist bekannt als Autor von Geschichten und Balladen “Des Sängers Fluch”, “Der schwäbische Kunde”, “Das Schloss am Meer”. Er schrieb eine wissenschaftliche Arbeit über Walter von der Vogelweide. Allgemein kann man sagen, dass die Dichtung des Heidelberger Kreises einen großen Beitrag zur deutschen Literatur und zur deutschen Sprachwissenschaft leistete.

Bald wurde die Romantik als literarische Strömung von führenden fortschriftlichen deutschen Dichtern angegriffen. Dazu äußerte sich Goethe im Artikel “Über Kunst und Altertum” in einer von ihm veröffentlichten Zeitschrift. Auch die Dichter Johann Heinrich Voss und Heinrich Heine traten gegen die Romantik auf und entlarvten ihren reaktionären Charakter.

Während der Befreiungskriege gegen Napoleon hatte die Romantik ihre Bedeutung eingebüßt und eine neue patriotische Literatur war in den Vordergrund getreten. Sie erreichte in den Jahren 1813–1815 ihren Höhepunkt. Zu den Dichtern, die auf ein bürgerliches Nationalbewusstseins hinarbeitete, gehörte Johann Gottlieb Fichte.

Er war ein Philosoph und nachdem die französischen Truppen Berlin besetzten, hielt er seine “Reden an die deutschen Nation”. Er rief das deutsche Volk auf, nach dem Sieg über Napoleon einen bürgerlichen deutschen Nationalstaat ohne Fürsten und Adel zu gründen. In seinen “Liedern für Deutsche” erschien er als mutiger Patriot.

Ernst Moritz Arndt setzte sich für die Rechte der Bauern an, trat gegen die Leibeigenschaft auf und gegen die schamlose Ausbeutung durch die Gutsbesitzer. Besonders berühmt machte ihn sein Buch “Geist der Zeit”, das eine Sammlung von Aufsätzen enthielt. Darin kritisierte er die deutschen Fürsten. Ernst Moritz Arndt sah den Weg zur Verbesserung der gesellschaftlichen Zustände nicht in einer bürgerlich-demokratischen Revolution, sondern in Reformen. Er war sehr religiös und glaubte, dass Gott den Deutschen zur Seite stehen würde.

Zu den Dichtern der Befreiungskriege gehörten Karl Theodor Körner, Max von Schenkendorf, Heinrich von Kleist u.a.

Nach der Zerschlagung der französischen Truppen begann in Deutschland eine neue Zeit, die Zeit der Reaktion. Die Romantik taugte nicht mehr, die Literatur voranbringen. In den Werken dieser Dichter kam das Streben nach bürgerlicher Freiheit und Ermöglichung persönlicher Entfaltung zum Ausdruck. In dieser Gruppe waren: E.T.A. Hoffmann, Joseph von Eichendorf, Wilhelm Hauff, Adalbert Chamisso.

E.T.A. Hoffmann war die Leitfigur der Berliner Romantik, wo Prosadichtung, mit vorwiegend märchenhaft-phantastischer Färbung in den Vordergrund trat. Hoffmann schilderte in seinen Werken den deutschen Alltag. Die Gegenwart kritisierte er als Zukunft, die er aber in eine Sagen- und Märchenwelt versetzte. Bevor Hoffmann zum Dichter wurde, war er ein berühmter Komponist gewesen. Eine Zeit lang wirkte er als Theaterkomponist und Kapellmeister in Bamberg. 1816 wurde seine Märchenoper “Undine” aufgeführt. In der zweiten Hälfte seines Lebens widmete sich Hoffmann der Dichtung. Im bekannt geworden Sammelband “Phantasiestücken in Callots Manier” erzählte er über sein Leben als Musiker, in dem Roman “Die Elixiere des Teufels” zeigte er, dass die Gesetzte der Gesellschaft unerkennbar sind und des öfteren als mystische Kräfte wirken. In seinem Werk “Serapionsbrüder” veröffentlichte er Erzählungen, Novellen und Märchen. Der Roman “Die Lebensansichten des Katers Murr” war recht ungewöhnlich strukturiert, denn der Kater erzählte seine Lebensgeschichte auf Blättern, auf deren Rückseiten die Biographie des Kapellmeisters Johann Kreisler zu lesen war. Es entsteht ein Doppelroman, in dem der Künstler Kreisler die verlogene kunstfeindliche feudalistische Gesellschaft hasst, während der Kater Murr sich den Verhältnisse anpasst, um unbesorgt leben zu können. In der Gestalt des Katers Murr verspottete Hoffmann das Bürgertum seiner Zeit, dass sich den Verhältnissen anpasste, um zu überleben. Das letzte Werk des Dichters ist eine Skizze “Des Vetters Eckfenster”. Aus dem Fenster blickt der Dichter auf den Markt der Stadt, wo reges Treiben herrscht. Er beschreibt, was er sieht.

Joseph von Eichendorf (1788–1857) war vorwiegend als Lyriker bekannt. Er schrieb Naturlyrik, wobei er oft das Motiv des Wanderns verwendete. Er ist Autor der Sammlung “Liebesgedichte” und schilderte in seiner Erzählung “Aus dem Leben eines Taugenichts”, einen Dorfjungen, der in die Welt hinauszieht, um das Glück zu finden.

Wilhelm Hauff (1802–1827) hinterließ der deutschen Literatur die realistische Novelle und viele schöne Märchen. Im Mittelpunkt seiner Märchen stand das Handeln der tätigen Menschen, die einen engen Bezug zur Wirklichkeit hatten. Er benutzte das Märchen zur Kritik der kapitalistischen Lebensformen.

Adelbert von Chamisso wurde zunächst Offizier, er stammte aus einer Adelsfamilie. Er war bürgerlicher Demokrat und gab viele Ereignisse seiner Zeit in seinen Werken wider. Er wurde berühmt durch die Märchenerzählung “Peter Schlemihls wundersame Geschichte” Der Held verkauft dem Teufel seinen Schatten und wird dadurch sehr reich. Die Menschen verachten ihn dafür und nur durch nützliche Tätigkeit kann er den Respekt zurückgewinnen. Er wird Naturforscher und Weltreisender und dadurch bekommt sein Leben wieder einen Sinn.

Fragen zum Thema:

1. Erzählen Sie über diese Periode in der Geschichte Deutschlands.

2. Warum wenden sich die Vertreter dieser Zeit der Vergangenheit zu?

3. Welches Vorbild war typisch für damalige Zeit?

4. Wie betrachteten die Romantiker die Poesie?

5. Wann begann die zweite Etappe der Romantik?

6. Was war für diese Etappe charakteristisch?

Aufgaben zum Seminar:

1. Die literarisch-ästhetischen Besonderheiten der deutschen Romantik.

2. Die Jenaer Romantik:

a) Fr. Schlegel als Theoretiker der deutschen Romantik. Die Konzeption der romantischen Poesie.

b) Novalis und künstlerische Eigenart seines Romans “Heinrich von Ofterdingen”.

c) Fr. Hölderlin: Thema des nationalen Befreiungskampfes in “Hyperion”. Die lyrische Meisterschaft.

3. Die Heidelberger Romantik:

a) Heinrich von Kleist: “Der zerbrochene Krug”. Die Problematik der Novellen.

b) J. von Eichendorff. “Aus dem Leben eines Taugenichts”. Die Lyrik.

c) Arnim/Brentano: “Des Knaben Wunderhorn”, J. und W. Grimm.

d) E. T. A. Hoffmann als bedeutender Vertreter der romantischen Prosa: “Der goldene Topf”, “Die Lebensansichten des Katers Murr”, “Der kleine Zaches…”

e) A. von Chamisso: “Peter Schemels wundersame Geschichte ”. Die Besonderheiten seiner Lyrik.

Literatur zu diesem Thema:

1. M. D. Stössel, Geschichte der dt. Literatur, S. 223 ff.

2. E. A. Messerle, Deutsche Literatur, Teil 3, S. 136 ff.

3. M. I. Borowikow, Geschichte der deutschen Literatur, Teil 1, Kap. 8.


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