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Die Geschichte der deutschen Literatur

Марченко С. Е.,

Die Dekadenz

Die Dekadenz eine Richtung, die am Beginn des 20. Jh. in der deutschen Literatur entsteht. Das Wort kommt aus dem Französischen und bedeutet Verfall. In der letzten Phase des Kapitalismus im Imperialismus wurde die Kunstfeindlichkeit der Gesellschaftsordnung immer deutlicher. Die Entfremdung des Menschen wurde immer stärker, da alle menschlichen Beziehungen den Charakter von Wahren annahmen.

Viele deutsche Schriftsteller waren nicht in der Lage, die Ansichten bürgerliche Ästhetik zu bewahren oder eine neue Ästhetik des Proletariats zu finden. Sie sahen im Entfremdungsprozess etwas Gegebenes, was man nicht ändern kann. Typisch für die Dekadenz war die Flucht aus der objektiven Realität in subjektive Traumwelten. Die gesellschaftliche Funktion der Literatur und ihre Beziehung zum Volk wurden verneint. Die erzieherische und bildende Rolle wurden der Literatur abgesprochen und soziale Aussagen wurden in Dekadenzwerken nicht gemacht.

Inhalt und Form wurden oft bewusst getrennt. Viele Dekadente Dichter nehmen Zuflucht zur “reinen” Kunst, weil sie ihre Entfremdung vom Leben spüren. Sie sprechen, dass in ihren Werken die progressive Orientierung fehlt.

Zur Dekadenz gehörten: Hugo von Hoffmanshoe, Reiner Maria Rilke, Franz Kafka.

Die Dekadenz hatte um die Jahrhundertwende einen großen Einfluss auf die Literatur. Selbst Gerhard Hauptmann konnte sich ihrem Einfluss nicht immer entziehen. Hin zum Individuum, weg von Massen hieß die Parole von Dekadenzdichtern.

Als 3. Richtung entwickelte sich um die Jahrhundertwende der kritische Realismus. Ein seiner Vertreter war Ricarda Huch. In ihrem Roman “Aus der Triumph-Gasse” stellt sie das Schicksal der armen Bevölkerung dar. Bei ihrer Sehnsucht nach Glück für alle Menschen erkennt der Dichter, dass dieses im Imperialismus nicht möglich ist.

Wesentlich für den Ricarda Huch sind seine Sympathie für die Volksmassen und der Wunsch der Dichter, in das Gesellschaftssystem eingezogen zu wenden. Nicht wie in der Dekadenz, die Flucht zum Individuum.

Zu den kritischen Realisten gehörten: Heinrich und Thomas Mann, Leonhard Frank, Leon Feuchtwanger, Arnold Zweig.

Um das Jahr 1910 beginnt der Expressionismus, wobei alle anderen Richtungen weiter existieren.

Man kann sagen, dass diese Richtung die Reaktion der bürgerlichen Intelligenz auf die Krisenerscheinungen, die vor dem 1. Weltkrieg geschahen, bezeichnet.

Damals war die Lage der Gesellschaft in Europa sehr gespannt. Die erstarkte Arbeiterklasse begann eine große Streikwelle. Als der Krieg (1914) kam, wurde die pazifistische Ideen merklich. Aus Unkenntnis der Ursachen des Krieges betrachteten viele Vertreter der Intelligenz “den Bürger” nicht als Mitglied der Ausbeuterklasse sondern als Vertreter des unmenschlichen Allgemeinen, den sie hassten und lächerlich machten. In diesem Sinne war der Expressionismus antibürgerlich. Vielfach wollten die Expressionisten ihre moderne Zeit verlassen, in den sie mit den Augen des Kindes oder des Clowns die Welt betrachteten.

Dem Expressionisten wurde die Dichtung aus dem 30-jährigen Krieg zum Vorbild, in der auch Elend und Angst vor dem Tode zum Ausdruck kommen. Man konzentrierte sich auf eine neue zuschaffende Welt, die außerhalb der realistischen Welt lag.

Neben dem Inhalt wollte man der bürgerlichen Welt auch eine neue Form entgegenhalten. Man wollte auf alle bürgerlichen Traditionen verzichten, auch auf die Logik und den grammatischen Bau der Sprache.

Nach der Oktoberrevolution trennten sich die Vertreter des Expressionismus in einen linken und einen rechten Flügel. Die Vertreter des linken
Flügels verbanden sich mit der Arbeiterklasse, z. B.: Johannes Robert Becher, Friedrich Wolf.

Im Gegensatz nur Dekadenz hatten die Werke des früheren Expressionismus humanistische Ideen, und auch in ihrer Sozialistik unterscheiden sie sich von Dekadenten Werken.

In allen Literaturströmungen nahm die Lyrik einen bedeutenden Platz ein. An die Stelle des lyrischen Bildes wird oft ein Symbol gesetzt. Bekannte Lyriker jener Zeit waren Richard Dehmel, Arno Holz, Ricarda Huch, Christian Morgenstern, Rainer Maria Rilke.

Das Drama erreichte bei Gerhard Hauptmann seinen Höhepunkt. In der Prosa waren die großen Romane der kritischen Realisten von Bedeutung.

Einen besonderen Platz in der Prosa nahm Hermann Hesse ein. Er lebte von 1877 bis 1962. Ab 1919 lebte Hesse in der Schweiz. Die Lyrik und Prosa Hesses sind von musikalischen und Wandermotive eingefüllt. Von Bedeutung ist sein Roman “Peter Camenzind”, der den Entwicklungsweg eines musisch begabten Menschen darstellt.

Fragen und Aufgaben zum Thema für die selbständige Arbeit:

1. Wann entsteht die Richtung die Dekadenz in der deutschen Literatur?

2. Was war typisch für die Dekadenz?

3. Lesen Sie über die gesellschaftliche Lage in Europa.

4. Wer aus den Vertretern dieser Periode gehört zu Dekadenz?

5. Welche Rolle spielten die kritischen Realisten in der deutschen Literatur?

Aufgaben zum Seminar:

1. Verbreitung der Dekadenz in der deutschen Literatur um die Jahrhundertwende. Besonderheiten der Dekadenzliteratur in Deutschland.

2. R. M. Rilke – der bedeutende Dichter der deutschen Dekadenz: Besonderheiten seiner Lyrik.

3. Die anderen bedeutenden Vertreter der Dekadenzliteratur: H. von Hofmannsthal und D. von Liliencron.

4. Hauptzüge der naturalistischen Ästhetik. Besonderheiten des deutschen Naturalismus.

5. G. Hauptmann:

a) Frühes naturalistisches Drama “Vor Sonnenaufgang” biologische und soziale Faktoren der Handlung.

b) Das soziale Drama “Die Weber” als Widerspiegelung des Konflikts zwischen Arbeit und Kapital.

c) Die Komödie “Der Biberpelz” und ihre Sonderstellung.

d) Das Drama “Die versunkene Glocke” als Ausdruck des tragischen Konflikts zwischen Ideal und Wirklichkeit.

e) Das bedeutende Drama der späten Schaffensperiode “Vor Sonnenuntergang”.

Literatur zu diesem Thema:

1. E. A. Messerle, Deutsche Literatur. Teil 4, S. 21 ff.

2. Vorlesungen zum Thema “Dekadenzliteratur in Deutschland”.

3. T. I. Silman, Stilanalysen, S. 185–224.

4. Lexikon deutschsprachiger Schriftsteller, Leipzig, 1974: Rilke, Liliencron, Hofmannsthal.

Aufgaben zum Seminar: Die frühe Etappe im Schaffen von Th. Mann und H. Mann

1. Herausbildung der Weltanschauung und der künstlerischen Methode von Th. Mann.

2. Der Roman “Buddenbrooks” – Familiengeschichte als Darstellung des Untergangs der bürgerlichen Zivilisation.

3. Die Künstlernovellen (“Tristan”, “Tonio Kröger”, “Der Tod in Venedig” – Darstellung des Künstlersschicksals in der bürgerlichen Gesellschaft.

4. Der widerspruchsvolle Charakter des frühen Schaffens von H. Mann.

5. Herausbildung der satirischen Meisterschaft (“Im Schlaraffenland”, “Professor Unrat”, “Die Jagd nach Liebe”).

6. “Der Untertan” – der hervorragende satirische Roman. Künstlerische Eigenart des Romans.

Literatur:

1. E. A. Messerle, Deutsche Literatur, Teil 4, S. 43–60, S. 71–84.

2. Lexikon deutschsprachiger Schriftsteller, Leipzig 1972, Band A-K, S. 437–438.

3. M. I. Borowikow, Geschichte der dt. Literatur, Teil 1, Kap. 12, S. 88–99.

4. Schischkina/Smoljan, Analytisches Lesen, L., 1974, S. 110–121.


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